Preisprognosen und Trends im Kraftstoffmarkt


Raps der Treibstoff der Zukunft?

Hohe Kraftstoffpreise lassen Autofahrer aufstöhnen. Die starken Preisschwankungen von bis zu zehn Cent am Tag wecken das Misstrauen der Kunden. Nicht wenige Menschen fühlen sich von Tankstellenbetreibern und Mineralölkonzernen abgezockt. Und über dem ganzen Szenario droht das Gespenst vom Peak-Oil: Das Erreichen des weltweiten Ölfördermaximums soll die Preise weiter steigen lassen, weil das Rohöl von da an immer knapper werden muss.

Die Angst vor dem Peak-Oil

Die weltweite Rohölnachfrage ist stark von der globalen Konjunkturentwicklung abhängig. Kurzfristige Preisschwankungen sind meist mit geopolitischen Entwicklungen verbunden. Der historische Preisverlauf beim Öl zeigt, dass zwischen dem 1. Weltkrieg und der ersten Ölkrise eine Phase niedriger Ölpreise bestand. Erst seit 1971 sind die Ölpreise exponentiell angestiegen. Viele Experten haben für das erste Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts das globale Ölfördermaximum vorhergesagt. Tatsächlich erreichte der Ölpreis im Jahr 2008 seinen bisherigen Höchststand bei 147 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Ob aber damit bereits das Peak-Oil erreicht wurde, wird sich wohl erst im Rückblick in einigen Jahren oder Jahrzehnten herausstellen. Andere Experten und Fachleute von Mineralölkonzernen halten das Konzept des Peak-Oil im globalen Maßstab für unbrauchbar. Die Fördermengen einzelner Staaten können ihrer Meinung nach nicht in einer einzigen Summe zu einem einzelnen Peak berechnet werden. Sie gehen von einem Plateau hoher Förderung aus, das genügend Zeit geben würde, um auf andere Energieträger umzusteigen. Trotz hoher jährlicher Ölfördermengen von rund 85 bis 90 Mio. Barrel am Tag sind die Ölreserven, die mit der vorhandenen Technik wirtschaftlich gefördert werden können, in den letzten Jahren sogar leicht gestiegen. Zwar erschöpften im Nahen Osten, Ostasien und Südamerika einige Lagerstätten, neue Funde in Asien und Europa überstiegen aber diese Verluste.

Preisbildung im Kraftstoffmarkt

Die Preise für Kraftstoffe in Europa orientieren sich am Markt in Rotterdam. Dort wird der Preis durch den aktuellen Rohölpreise, den Euro/US-Dollar-Wechselkurs sowie generell durch die Nachfrage nach Benzin und Diesel bestimmt. Auf diesen Preis buchen die Mineralölunternehmen noch einen Deckungsbetrag, der die Kosten für Transport, Lagerung, Vertrieb und Verwaltung einpreisen soll. In Deutschland gehört auch eine Umlage für den Erdölbevorratungsverbund dazu, mit der die strategische Ölreserve Deutschlands finanziert wird. Sie soll das Land im Krisenfall für 90 Tage unabhängig von Ölimporten machen. Auf diesen Nettobetrag kommt dann noch die Energiesteuer sowie die Ökosteuer und die Mineralölsteuer, bevor der Verkaufspreis dann mit einer Mehrwertsteuer von 19 Prozent belegt wird. Die starken tagesaktuellen Preisschwankungen an den Tankstellen sehen Branchenvertreter in dem extremen Wettbewerb zwischen den Tankstellen. Seit Ende der 1990er Jahre geht der Kraftstoffabsatz aufgrund effizienterer und verbrauchärmerer Motoren zurück. Die Zahl der Tankstellen hat aber nicht im gleichen Maß abgenommen, weshalb sich der Preiswettbewerb zwischen den Anbietern deutlich erhöht hat.

Abkehr vom Rohöl als Basis für unsere Mobilität

Für die Zukunft sehen Experten ein deutliches Potenzial für Biokraftstoffe. Nachhaltig und kostengünstig produziert können sie mittelfristig einen wesentlichen Beitrag zur Kraftstoffversorgung leisten. Schon heute kommen Biokraftstoffe in Deutschland auf einen Marktanteil von 5,6 %. Laut einer Studie des Mineralölunternehmens Shell Deutschland Oil GmbH wird der Beitrag von Biotreibstoffen zum Treibstoffmix bis 2030 auf rund 20 % steigen. Bei deutlich sinkendem Verbrauch könnte diese Quote bis 2050 sogar auf 70 % klettern. Das dürfte die Abhängigkeit vom Öl und die Teuerungsraten abmildern.

Redaktion: Kai Eckert
Letzte Aktualisierung: 25.1.2013

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