Gastankstellen

Betankung mit Autogas © Henry Schmitt
Betankung mit Autogas

Steigende Preise für Benzin und Diesel sowie die zunehmende Bedeutung des Umweltschutzes haben den Tankstellenmarkt für alternative Kraftstoffe geöffnet. Fahrzeuge mit Gasantrieb führen schon längst kein Schattendasein mehr und sorgen für Preisvielfalt an der Tankstelle. Gasautos können vergleichsweise zwischen 40 und 70 Cent günstiger betankt werden und der Kraftstoff ist bis 2018 von der Mineralölsteuer befreit. Augenscheinlich viele Vorteile, allerdings stehen dem preiswerterem Gaspreis Zusatzkosten für die Fahrzeugumrüstung oder generell höhere Anschaffungskosten gegenüber.

Autogas oder Erdgas - wo sind die Unterschiede?

Unterschieden wird zwischen Autogas und komprimiertem Erdgas. Das als Autogas bekannte Flüssiggas ist ein Gemisch aus Propan und Butan und fällt bei der Öl- und Gasförderung sowie in Raffinerien an. Dieser international auch als LPG (Liquefied Petroleum Gas) bezeichnete Kraftstoff wird unter Druck verflüssigt und in Druckbehältern gespeichert. Es ist in seiner chemischen Zusammensetzung mit Benzin verwandt und kann deshalb, nach einer relativ unkomplizierten Anpassung des Motor-Umfeldes, auch in Ottomotoren eingesetzt werden. Je nach Anzahl der Zylinder, der Leistung und der zu erreichenden Abgasnorm kosten solche Umrüstungen zwischen 1 200 und 3 500 Euro. Der Gasdruckbehälter wird dabei meist im Kofferraum oder in der Reserveradmulde installiert, womit der Fahrzeugbesitzer Stauraum verliert. Es gibt aber auch Unterflurtanks, die platzsparend am Unterboden angebracht werden. Bei der Umrüstung bleibt der Benzintank erhalten, so dass sich das Fahrzeug fortan wahlweise mit Benzin oder LPG betreiben lässt. Ein solcher bivalenter Antrieb sorgt für mehr Flexibilität an der Zapfsäule und ermöglicht zugleich eine größere Reichweite. Inzwischen nutzen schon mehr als 460 000 Autos auf deutschen Straßen Autogas als Treibstoff. Obwohl Fahrzeuge mit Autogas bis zu 30 % mehr Kraftstoff verbrauchen, als Fahrzeuge mit Benzinmotor, rechnet sich eine Umrüstung schon nach wenigen Jahren. Der Deutsche Verband Flüssiggas e.V. (DVFG) einen Rechner veröffentlicht, der den Kostenvergleich zwischen Benzinverbrauch und Autogasumrüstung ermöglicht. Außerdem sind auf dem Internetportal des DVFG weitere Informationen zu den 6 500 Autogas-Tankstellen, den Umrüstbetrieben und dem Neuwagenangebot zusammengetragen.

Erdgasversorger versprechen Förderung

Den Erdgasfahrzeugen stehen bundesweit rund 900 Erdgastankstellen zur Verfügung. Sie sind oft mit CNG gekennzeichnet, was für Compressed Natural Gas, also komprimiertes Erdgas steht. Bei der Betankung wird das Erdgas unter Druck auf 200 Bar verdichtet. Abgerechnet wird in Kilogramm und nicht in Litern, was den direkten Vergleich erschwert. Beim Erdgas entspricht ein Kilogramm etwa dem Energiewert von 1,5 Litern Superkraftstoff. Im direkten Vergleich mit Autogas ist Erdgas bezogen auf die Energieausbeute etwa 20 % günstiger. Zudem locken viele örtliche Gasversorger mit Tankgutscheinen im Wert von bis zu 2 500 Euro. Damit machen sich die Kosten für Umrüstung oder Neuanschaffung schneller bezahlt.

Für wen lohnt sich ein Gasfahrzeug?

Wie schnell sich ein Gasauto rechnet, hängt eng mit dem individuellen Fahrprofil zusammen. Generell gilt: Je sparsamer das Basisfahrzeug, umso länger muss das Fahrzeug mit Gas gefahren werden, bis sich die Mehrkosten bezahlt machen. Außerdem sollten Umwege für die Betankung vermieden werden. Wer regelmäßig an einer Gastankstelle vorbeikommt und eine mittlere Laufleistung hat, für den kann sich ein Umstieg auf ein gasbetriebenes Fahrzeug schnell lohnen.

Redaktion: Kai Eckert
Letzte Aktualisierung: 4.2.2013

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